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Das Fährhaus in Ellenberg

Aus den Unterlagen des Kammerherrn und Distrikt-Deputierten Franz Ludwig Ferdinand von Warnstedt auf Gut Loitmark gibt der Pachtvertrag Aufschluß über die umfangreiche Fähranlage und den Bootsbestand in Ellenberg. Der mit dem Pächter Joachim Trede geschlossene Vertrag vom 15. März 1833 hatte u.a. zum Inhalt:

 

  1. Der Fährverkehr mußte mit Hilfe einer Flotte von 7 Fahrzeugen (große Fähre, kleine Fähre, großes Boot, kleines Boot, Plankenkahn, Bauernkahn, Baumkahn, sogenannter MOBS) sichergestellt werden.
  2. Die nicht geringe Landwirtschaft war ebenfalls zu versehen. Bei Pachtübergabe hatte sich der Pächter verpflichtet, genau festgelegte Mengen an Roggensaat, Mengfutter, Hafer, Kleesamen, Heu usw zu hinterlassen . Der Garten mußte erntebereit zu bestellen sein.
  3. Die Gastwirtschaft war zu betreiben.
  4. Branntwein und Bier mußten in dem angeschlossenen Betrieb selbst hergestellt werden. Die Ausstattung hierfür umfaßte: Einen kupfernen Brennkessel mit Helm und Schlange, ein Kühlfaß mit 4 eisernen Bändern. Eine Ohrbalge mit hölzernen Bändern und eine ohne Ohren mit 2 eisernen Bändern. Eine Maischzuber mit 3 hölzernen und einem eisernen Körsenband mit Deckel. Zwei große Kübel. 12 hölzerne Rinnen zum Füllen des Brennkessels und zur Wasserführung von der Pumpe zum Brennhaus.
  5. Das Geschäft eines Hökerladens mußte betrieben und ordnungsgemäß betreut werden.

An Gebäuden standen dem Betrieb für seine Aufgaben zur Verfügung: Das Wohnhaus mit Gastwirtschaft und Hökerladen. Ein Querhaus (Lohhaus) mit Speisekammer, Klüterkammer, Pferdestall für 3 Pferde, Kuhstall, Dreschdiele und Knechtekammer. Eine Fachwerkscheune mit Strohdach, darin enthaltene Dreschdiele, Holzstall und Pferdestall. Ein Brennhaus (Fachwerk mit Ziegeldach) darin Brennerei, Branntweinkammer und Materialkammer. Daran angebaut am westlichen Ende ein Schuppen und an der Südseite ein Schweinekoben. Ein Gewächshaus 10 Fuß breit und 16 Fuß lang.

Fährhaus Ellenberg 1930
Fährhaus Ellenberg 1930

Von den zwei Wasserpumpen befand sich eine an der Küche und die andere unweit des Brennhauses. Die Gebäude waren bei der Grundhofer Brandgilde für insgesamt 1000 Reichsthaler Courant versichert.

Die Gebäude stehen heute noch zum Teil. Der Gasthof in Ellenberg, am Brückendamm, ist zwar mehrfach umgebaut worden, aber in den Grundzügen noch als Fährstelle erkenntlich.

 

(C) Stadtarchiv Kappeln - H-P Wengel


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