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  Plattdeutsches Allround-Talent Annie Heger mit dem Niederdeutchen Literaturpres der Stadt Kappeln ausgezeichnet

Von: Werner Barz


Bürgermeister Heiko Traulsen (r.) und der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz mit der Kappelner Literaturpreisträgerin Annie Heger.

Bürgermeister Heiko Traulsen (r.) und der stellvertretende Bürgervorsteher Helmut Schulz mit der Kappelner Literaturpreisträgerin Annie Heger.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Koslowski-Halle bei der diesjährigen Literaturpreisverleihung.

Bis auf den letzten Platz gefüllt war die Koslowski-Halle bei der diesjährigen Literaturpreisverleihung.

Bürgermeister Heiko Traulsen eröffnet die Veranstaltung.

Bürgermeister Heiko Traulsen eröffnet die Veranstaltung.

Landtagspräsident Klaus Schlie überbringt die Grüße der Abgeordneten.

Landtagspräsident Klaus Schlie überbringt die Grüße der Abgeordneten.

Annie Heber im Gespräch mit Moderator Gerrit Hos von NDR 1.

Annie Heber im Gespräch mit Moderator Gerrit Hos von NDR 1.

Jurorin Marianne Ehlers vom SHHB bei der Laudatio.

Jurorin Marianne Ehlers vom SHHB bei der Laudatio.

Die Kappelner Literaturpreisträgerin 2016 Annie Heger in Aktion.

Die Kappelner Literaturpreisträgerin 2016 Annie Heger in Aktion.

Annie Heger (l.) und die Pianistin Vanessa Maurischat präsentierten sich perfekt.

Annie Heger (l.) und die Pianistin Vanessa Maurischat präsentierten sich perfekt.

„Der Mond ist aufgegangen“ up Platt mit (v.l.) Vanessa Marischat, Annie Heger und ihrer Cousine Insina Lüschen.

„Der Mond ist aufgegangen“ up Platt mit (v.l.) Vanessa Marischat, Annie Heger und ihrer Cousine Insina Lüschen.

Der „26. Niederdeutsche Literaturpreis der Stadt Kappeln“ ging in diesem Jahr an Annie Heger (33). In der vollbesetzten Koslowski-Halle ĂĽberreichten BĂĽrgermeister Heiko Traulsen und der stellvertretende BĂĽrgervorsteher Helmut Schulz den Scheck nebst Urkunde und BlumenstrauĂź unter dem Beifall der begeisterten Besucher an die Sängerin, Tänzerin, Autorin, die sich nach ihrer Geburt in Aurich und der späteren Sozialisierung in Spetzerfen dazu durchgerungen hatte,  die “Liza Minelli aus Ostfriesland” zu werden. Und alle Anwesenden waren sich einig, dass der Preis in diesem Jahr an die richtige Person gegangen war. Und das bewies sie mit toller Stimme, schauspielerischem Können und  groĂźer Schlagfertigkeit, -  gepaart mit groĂźartiger Professionalität.

Gemeinsam mit ihrer Pianistin Vanessa Maurischat und einem plattdeutschen Song  eröffnete die heute in Berlin lebende KĂĽnstlerin den Abend mit einem kräftigen „Moin, Moin Kappeln“. Dass sie dabei die Treppe zur BĂĽhne hinaufstolperte, wurde eher als gekonnte Einlage gewertet.

Bürgermeister Heiko Traulsen, der im Anschluss die Ehrengäste und die vielen Besucher op Platt mit den Worten: „Ick freue mie, dat se all door sünd!“begrüßte, dankte allen, die dazu beigetragen hatten, dass die Veranstaltung überhaupt möglich wurde. Das waren vor allem die Sponsoren und die Rathausmitarbeiter.

Nachdem sich alle Anwesenden zum Gedenken an den im März verstorbenen Leiter der NDR Zentralredaktion Niederdeutsch und Leiter der Abteilung Heimat, Kultur und Wissenschaft von NDR 1 Welle Nord,  Ernst Christ (2), erhoben hatten, starteten die GruĂźworte.

Landtagspräsident Klaus Schlie machte klar, dass „Lehrer, Künstler, Musiker und Schauspieler viel tun könnten, Plattdeutsch als lebendige Sprache zu erhalten“. In diesem Zusammenhang lobte er Anni Heger, „de veel för de nedderdütsche Spraak doon hett.“ Sie tut viel für eine lebendige niederdeutsche Sprache, in der auch ernste Themen angegangen werden. Klaus Schlie fand es „konsequent, dass Annie Heger den Preis bekommt“.

Der Präsident des SHHB bekannte freimĂĽtig,  dass er, obwohl der S-H Heimatbund fĂĽr die niederdeutsche Sprache arbeitet, des Plattdeutschen nicht mächtig sei. Deshalb wolle er sein GruĂźwort auf Hochdeutsch sprechen. Auch er lobte, wie sein Vorredner, die „junge, dynamische Plattschnackerin“. Er wĂĽnschte ihr, dass der Literaturpreis ihr, wie all ihren Vorgängern, ein Sprungbrett fĂĽr weitere Erfolge sein werde. So wie es auf der Homepage der bisherigen Preisträger zu lesen ist.

Nach einem weiteren Auftritt von Annie Heger, die ihre Besucher mit dem Rock´n-Roll-Song „Ick heff die leev“ begeisterte, ĂĽbernahmen BĂĽrgermeister Heiko Traulsen – er verlas die Ehrenurkunde -  und der stellvertretende BĂĽrgervorsteher Helmut Schulz – der die Blumen und den Scheck ĂĽbergab - gemeinsam die Ehrung der Preisträgerin.

Bei der folgenden Laudatio erklärte Jury-Mitglied Marianne Ehlers vom SHHB, dass sie einst  Annie Heger in der Rolle des  Mephisto keck, lustig und gruselig kennengelernt habe. Dabei sprach der Teufel Plattdeutsch, „die Sprache des verlorenen Paradieses“. Annie Heger aber zeigt, dass es nicht die Sprache von Oma und Opa ist. Mit ihren Texten spricht sie junge Leute an, „sogar am Bodensee und in MĂĽnchen“. „Se hett een Oog fĂĽr annere“, so die Laudatorin. „Sie ist die Richtige, weil sie  fĂĽr frischen Wind fĂĽr Plattdeutsch sorgt.“

Anschließend hatte Annie Heger ihren großen Auftritt. Gemeinsam mit ihrer Pianistin Vanessa Maurischat präsentierte sie Stücke aus ihrem Programm „Watt´n Skandaal!“

Zwischen den verschiedenen Songs erzählte sie über Stationen ihres Lebens. Der Programmtitel bezieht sich auf ihre „swatten Haar“. Alles wäre für sie leichter gewesen, wäre sie blond zur Welt gekommen.

Mit 17 rockte sie  durch die Clubs mit Jungs, die 30 Jahre älter waren.  Nach dem Abitur studierte sie Musik und Religion fĂĽr das Lehramt. Es war der Wusch ihres Vaters. Aber sie war unglĂĽcklich. Die Wende kam, als sie eine Stelle als  Regieassistentin am Oldenburgischen Staatstheater bekam. Vieles ging schief, manches lief gut. „Ich bin an der Aufgabe nicht zerbrochen und ein bisschen daran gewachsen“, betonte sie. Ein Versuch, die Musicalrichtung einzuschlagen, misslang.  Sie wusste, dass sie „Kunst machen muss, solange meine Beine mich tragen“.

Sie versuchte eine Ausbildung zur Diätassistentin , wurde Heilpraktikerin, um dann doch den Schwenk zurĂĽck zur Kunst zu machen. 2010 grĂĽndete sie die „Sweet Sugar Swing“ –Band. Engagierte sich bei der Band „Zuperfly“. 

Heute hat sie- neben ihrer Tätigkeit als Allround-Entertainerin - Kontakt zu den BĂĽhnen in Oldenburg , arbeitet als Moderatorin und ist auch in verschiedenen Rollen bereits aufgetreten. Am  Staatstheater  wurde ihr eine Rolle als Mephisto in Goethes „Faust“ angeboten. Sogar auf Platt.  Sie nahm an.  Weitere erfolgreiche Projekte folgten.

Warum „Watt´n Skandaal!“ so erfolgreich war, erlebten die Besucher der Koslowski-Halle  bei den vorgestellten Songs.

Mit ihrer Cousine Insina Lüschen und der Pianistin Vanessa Maurischat sang sie zum Abschluss die plattdeutsche Version von „Der Mond ist aufgegangen.“


  Datum: 09.11.16 09:00 Uhr



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