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  Ellenberger Familienforscher mit der Christoph-Gatterer-Medaille ausgezeichnet

Von: Werner Barz


Stolz ist Kurt Bartels aus Ellenberg über die ihm in diesem Jahr von der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbande“ (DAGV) verliehene Gatterer-Medaillle in Silber nebst Ehrenurkunde. Der Preis wurde von der „Göttinger Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft“ gestiftet.

Stolz ist Kurt Bartels aus Ellenberg über die ihm in diesem Jahr von der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbande“ (DAGV) verliehene Gatterer-Medaillle in Silber nebst Ehrenurkunde. Der Preis wurde von der „Göttinger Genealogisch-Heraldischen Gesellschaft“ gestiftet.

In diesem Arbeitszimmer in Kappeln-Ellenberg entstanden 54 OrtsfamilienbĂĽcher.

In diesem Arbeitszimmer in Kappeln-Ellenberg entstanden 54 OrtsfamilienbĂĽcher.

Kurt Bartels präsentiert sein Lebenswerk, in das er 40.000 Arbeitsstunden investiert hatte.

Kurt Bartels präsentiert sein Lebenswerk, in das er 40.000 Arbeitsstunden investiert hatte.

Ein Workoholic ist er beileibe nicht. Eher jemand, der mit großer Begeisterung einer Sache nachgeht. Gemeint ist Kurt Bartels (78), der vor rund 40 Jahren durch die Bundesmarine nach Kappeln kam und seit der Maueröffnung 1990 die Genealogie (= Familienforschung) als Hobby für sich entdeckt hat. Er wurde Mitglied der „Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung e. V.“. Sie hat das Ziel, „die genealogische Erforschung von Familien und Geschlechtern“ in Mitteldeutschland zu ermöglichen. Und sie unterstützt ihre Mitglieder bei der Veröffentlichung ihrer Arbeiten in einem eignen Verlag. Davon hat Kurt Bartels profitiert. Denn er hat seit 2004 bereits 54 Bücher veröffentlicht. Überwiegend Ortsfamilienbücher der Magdeburger Börde und Sachsen-Anhalt. Alle sind wichtige Quellen für künftige Forschergenerationen.

DafĂĽr wurde er am 7. Oktober 2018 auf dem Deutschen Genealogentag in Melle fĂĽr seine Verdienste mit der „Christoph-Gatterer-Medaille in Silber“ geehrt.  Diese Auszeichnung „wird zur Ehrung von besonders verdienten Forschern historischer, gesellschaftswissenschaftlicher oder naturwissenschaftlicher Fachrichtung der Genealogie und zur Förderung der Familienkunde und Heraldik unter Mitwirkung eines Beirates in Silber und Bronze durch die Deutsche Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände....verliehen“, so steht es in der Laudatio.

Und darauf ist der 1940 In Haldensleben - in der damaligen DDR - geborene Kurt Bartels stolz. Zu recht. Stammt doch seine Familie nach eignen Angaben  aus „einfachen Verhältnissen“. Sein Vater verlieĂź Anfang der 50-er Jahre die DDR, nach VerbĂĽĂźung einer Untersuchungshaft als politscher Gefangener. Die Familie folgte ein halbes Jahr später. Nach der Schule und einer Lehre als Schlosser wurde Kurt Bartels Marinesoldat. Und so kam er auch nach Kappeln-Elllenberg. Hier war er rund 20 Jahre lang Ausbilder an der Ellenberger Marinewaffenschule als Waffenfachmann. Als er 1992 vorzeitig in den Ruhestand wechseln konnte, nutzte er die Chance. Und von da ab  hatte er genĂĽgend Zeit fĂĽr sein wenige Jahre zuvor entdecktes Hobby: die Genealogie. So wurde er nach eigner Aussage „zum Ahnenforscher aus Leidenschaft“.

In der Zeit von 1990/96 hat er sich intensiv mit der eignen Familiengeschichte beschäftigt. Er nutzte die Gelegenheit, die sich durch die Maueröffnung ergab, nach Hundisburg zu fahren, dort wurden die Kirchenbücher seines Geburtsortes verwahrt, um noch fehlende Informationen über einige seiner Ahnen zu bekommen. Seit 1996 ist er auch im Bereich „Ortsfamilienbücher“ sehr intensiv unterwegs. Darin werden Einwohner einer Gemeinde familienweise erforscht.

Seit 2004 hat Kurt Bartels bereits 54 Bücher veröffentlicht. In seiner eignen Familiengeschichte konnte er bisher 900 Personen ermitteln. Bei den in den jeweiligen Orten ermittelten Familien geht es um die Eltern und, soweit feststellbar, auch um die Hochzeit der Kinder. Es werden aber auch Patenschaften angegeben, Und es wird auch versucht, die Zusammenhänge der von auswärts stammenden Paten zu ermitteln.

Auf dem Gebiet kann Kurt Bartels auf einen erstaunlichen statistischen Erfolg verweisen. In den rund 40.000 bisherigen Arbeitsstunden für die Genealogie in knapp 25 Jahren konnte er bisher 105.000 Familien mit insgesamt 350.000 Personen vorstellen, darunter auch 7.500 Personen ohne Familienbindung. Seine Recherchen reichen bis 1.600 n. Chr. Ermittelt wurden die Daten über Kirchenbücher, Heimat- und Geschichtsbücher sowie im Internet. Aber auch über Steuerlisten, Kaufverträge oder Lehnreichungen.

Und Kurt Bartels will weitermachen Seine Motivation fasst er in wenigen Worten zusammen: „Ich bin Ahnenforscher aus Leidenschaft.“ Für ihn ist es spannend, herauszufinden, was die Vorfahren getan haben- Und, das könnte ein zusätzlicher Effekt der Familienbücher sein, es lassen sich sogar zurückverfolgen.


  Datum: 07.01.19 09:00 Uhr



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