Sie befinden sich hier:  
Wichtige Links:  Mediadaten | Impressum | Kontakt | 
Wichtige Funktionen: Schrift NormalAccesskey


  Mitglieder des Nautischen Vereins besuchten den Kappelner Museumshafen

Von: Werner Barz


Zu Beginn des Treffen stellte Rainer Gause die Gesichte und Entwicklung des Museumshafens vor.

Zu Beginn des Treffen stellte Rainer Gause die Gesichte und Entwicklung des Museumshafens vor.

Die Mitglieder des Nautischen Vereins waren begeistert von dem, was sie auf der „Saeloer“ sehen und erfahren durften.

Die Mitglieder des Nautischen Vereins waren begeistert von dem, was sie auf der „Saeloer“ sehen und erfahren durften.

Derzeit ist der Museumshafen von 10 Mitgliederbooten und einem Gastlieger genutzt.

Derzeit ist der Museumshafen von 10 Mitgliederbooten und einem Gastlieger genutzt.

KAPPELN (rz).

Bei der Mai-Versammlung des Nautischen  Vereins Kappeln-Schlei  e. V. stand in diesem Jahr der Kappelner Museumshafen im Mittelpunkt. Man traf sich zunächst im ASC-Restaurant „Tauwerk“.  Dort begrĂĽĂźte Vorsitzender Harald HĂĽbner die – vermutlich witterungsbedingt – arg  reduzierte Teilnehmerzahl  Anschlie0end stellte der ehemalige Vorsitzende Rainer Gause den Museumshafen vor.

Der Museumshafen bietet  alten und etlichen nach alten Plänen gebauten Schiffe Liegeplätze. Die ältesten Schiffe sind älter als 100 Jahre. Der Museumshafen ist die Heimat  des 1981 gegrĂĽndeten Vereins „Kappelner Museumshafen“, der heute rund 50 Mitglieder hat. Im Hafen sind noch längst vergessene Schiffstypen wie „Galeasse“ oder „Schoner“ zu sehen. Und damit ist er fĂĽr Besucher eine echte Attraktion.

Viele Schiffe wären schon längst verschrottet worden, hätten nicht begeisterte Oldtimer-Freunde sich daran gemacht, die Schiffe zu restaurieren  oder originalgetreu nachzubauen.

FrĂĽher gab es einen Linienverkehr auf der Schlei zischen Kappeln und Schleswig. Eines der Linienschiffe war die „Concordia“. Nach der erhielt der „Concorida“-Raum im ASC-Gebäude seinen Namen. Nach 116 Jahren  wurde die Linie Ende 1961 eingestellt.

GegenĂĽber dem Museumshafen ist seit 1999 die „Cremilk“ zu Hause, die Nachfolgefirma der NestlĂ©.  Hier wurde ab 1942  die Säuglingsnahrung „PERLARGON“ hergestellt, ab 1943 zusätzlich NescafĂ©.

Später wurden hier auch erstmalig Instant-Capuccino in Deutschland produziert. 1955 wurde die NestlĂ© größter Säuglingsmilch-Produzent in Europa. Da viele Produkte per Schiff transportiert wurde, wurde die NestlĂ©-BrĂĽcke zum Be- und Entladen der Schiffe gebaut. Die war zugleich Anlegeplatz fĂĽr  ein Boot der Wasserschutzpolizei.

Als der Museumshafen-Verein 1981/82 gegrĂĽndet wurde, nutzte  er das vorhandene Potenzial. Ab 1987 begann der Verein  mit dem Ausbau der ehemaligen NestlĂ©-Piers. Zusätzliche Pfähle wurden eingeschlagen, um weitere Liegeplätze zu schaffen.  Heute hat der Museumshafen Platz fĂĽr 20 Museumsschiffe. Das was der Museumshafen heute bietet, entstand durch Umbauarbeiten in der Zeit von 2012 bis 2018.

Der Unterhalt der Museumsschiffe ist teuer und fĂĽr die Eigner oft nur möglich, wenn sie Mitfahrten gegen Entgelt anbieten können. Diese Möglichkeit wurde durch eine geplante „Neue  Sicherheitsverordnung fĂĽr Traditionsschiffe“ gefährdet, die Anfang 2018   in Kraft treten sollte. Dank der UnterstĂĽtzung von Ministerpräsident Daniel GĂĽntherwurde ein brauchbarer Kompromiss gefunden. Es wurde ein Fördertopf eingerichtet, der notwendige Umarbeiten mitfinanziert und eine 5-jährige Ăśbergangsfrist bewilligt. Um strittige Punkte zu schlichten, wurde eine Ombudsmann-Stelle eingerichtet. Der Vertrag wurde im März 2018 von den betroffenen Vereinen und Verbänden unterzeichnet.

Nachdem die Teilnehmer ĂĽber die Geschichte des Museumshafen und die Probleme der Museumsschiffe informiert worden waren, ĂĽbernahm Stefan Schwannecke die Gruppe und fĂĽhrte sie ĂĽber die Steganlage des Museumshafens mit den dazugehörigen Erläuterungen. Sie durften dabei auch  die 1917 in Krageö/SĂĽdschweden als Frachtsegelschiff  Dienst gestellte Gaffelrick  â€žSaelöer“ besichtigen.

Die Besatzung bestand damals aus dem Kapitän und zwei weiteren Seeleuten. Mit dem Schiff konnten bis zu 100 Tonnen Last befördert werden. In den 20-er Jahren erhielt das Schiff einen 24-PS-Dieselmotor. In den Jahren von 1980 bis 1987 wurde die „Saelöer“ zum Segler umgebaut. Und sie wurde auch mit einem 6-Zylinder-Turbo-Diesel ausgestattet.

Sie bietet heute 12 Schlafplätze an Bord für Mehrtagesfahrten ans. Bei Tagesfahrten können bis zu 40 Personen mitgenommen werden.

Zum Abschluss trafen sich die Mitglieder zum nautischen Klönschnack im ASC-Restaurant  „Tauwerk“.


  Datum: 12.05.19 09:00 Uhr



Seite Drucken |

© 2019 Kappeln-Ellenberg.de