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  Vortrag zum Thema "Patientenverf├╝gung und Vorsorgevollmacht

Von: Werner Barz


Seniorenbeiratsvorsitzender Claus-Peter Holz bedankt sich bei Dr. Rolf Reinicke f├╝r einen au├čerordentlich informativen Vortrag.

KAPPELN (rz).
Zu den Themen ÔÇ×Patientenverf├╝gung und Vorsorge-VollmachtÔÇť hatten der Kappelner Seniorenbeirat und Vorsitzender Claus-Peter Holz alle Kappelner Senioren und Seniorinnen, sowie alle Interessierten, in die Cafeteria der Margarethen-Residenz eingeladen. Dass das Thema auf Interesse stie├č, zeigte der gute Besuch. Vorsitzender Holz konnte ein volles Haus begr├╝├čen. Er bedankte sich bei Heimleiterin Petra Heide f├╝r die Bereitstellung der R├Ąumlichkeiten und bei Dr. Rolf Reinicke aus Karby daf├╝r, dass er sich als Referent zur Verf├╝gung gestellt hatte.
In seinem Vortrag stellte Dr. Reinicke die vom Bundesministerium f├╝r Justiz und Verbraucherschutz herausgegebenen Vordrucke f├╝r Vorsorgevollmacht und Patientenverf├╝gung vor.
Eine Patientenverf├╝gung ist eine Willenserkl├Ąrung einer Person f├╝r den Fall, dass sie ihren Willen nicht rechtswirksam  erkl├Ąren kann. Sie gilt f├╝r alle medizinischen Ma├čnahmen wie ├Ąrztliche Heileingriffe. Meist geht es dabei um die Verweigerung lebensverl├Ąngernder Ma├čnahmen.
Bei der Patientenverf├╝gung muss der Patient zun├Ąchst erkl├Ąren f├╝r welche Situation die Verf├╝gung gelten soll. Wenn die eigetreten ist, werden in der Verf├╝gung die gew├╝nschten ├Ąrztlichen Ma├čnahmen aufgelistet.
Ein Beispiel: Jemand ist durch Krankheit oder Unfall so schwer betroffen, dass er im Sterben liegt. F├╝r diesen Fall kann der Betroffene in der Patientenverf├╝gung festlegen, ob er ÔÇ×Lebenserhaltende Ma├čnahmenÔÇť, ÔÇ×Schmerz- und SymptombehandlungÔÇť, ÔÇ×k├╝nstliche Ern├ĄhrungÔÇť oder ÔÇ×Wiederbelebungsma├čnahmenÔÇť haben m├Âchte oder sie ablehnt. Das gilt ebenfalls f├╝r den Einsatz bestimmter Arzneimittel, k├╝nstlicher Beatmung und ÔÇô  z. B, bei Diabetes ÔÇô ob notfalls eine Dialyse durchgef├╝hrt werden darf. Das gilt auch f├╝r die Entnahme von Organen zu Transplantationszwecken.
Und er kann auch entscheiden, wo er sterben m├Âchte: Im Krankenhaus, zu Hause oder im Hospiz.
Eine Patientenverf├╝gung  gilt auch, wenn sie nicht vom Notar unterschrieben ist.
Mit einer Vorsorgevollmacht  kann nach deutschem Recht jemand in einer Notsituation  eine andere Person beauftragen, alle oder bestimmte Aufgaben f├╝r den Vollmachtgeber zu erledigen. Der  Bevollm├Ąchtigte   entscheidet an Stelle des nicht mehr entscheidungsf├Ąhigen Vollmachtgebers. Das hat den Vorteil, dass der Vollmachtgeber seinen ÔÇ×Vertreter im NotfallÔÇť kennt und ihm vertrauen kann.  Andernfalls w├╝rde, wenn keine Vertrauensperson benannt  wurde, w├╝rde ein rechtlicher Betreuer vom Gericht eingesetzt, Um das zu verhindern ist die Vorsorgevollmacht sinnvoll. Allerdings ist die Vollmacht nur so lange wirksam, wie die ausgew├Ąhlte Vertrauensperson die Urkunde besitzt und sie bei einem zu t├Ątigen Rechtsgesch├Ąft im Original vorweisen kann.
Die Vollmacht muss Name und Daten des Vollmachtgebers  und der bevollm├Ąchtigten Person enthalten. Auch muss deutlichsein, in welchen F├Ąllen der Bevollm├Ąchtigte t├Ątig werden darf. Das gilt f├╝r die Vertretung bei Beh├Ârden (Renten, Sozialleistungen, Versicherungen), aber auch  f├╝r die Verm├Âgensverwaltung, (Konten, Depots, Safes)- Und er darf Schenkungen gem├Ą├č gesetzlicher Regelungen  vornehmen.
Ferner darf Der Bevollm├Ąchtigte  seinen Vollmachtgeber vor Gericht vertreten und sogar Untervollmachten erteilen. Die Vollmacht kann  Geltung ├╝ber den Tod hinaus bekommen, z. B. in Erbschaftssachen.
Nach seinem rund eineinhalbst├╝ndigen Vortrag gab es reichlich Applaus f├╝r  Dr. Rolf Reinicke von den Besuchern, denen er anschlie├čend noch f├╝r die  Beantwortung von  Fragen zur Verf├╝gung. Und dabei wurde auch deutlich, dass er seine Zuh├Ârer mit seinen Argumenten f├╝r ÔÇ×pro Patientenverf├╝gung und  VorsorgevollmachtÔÇť stark beeindruckt hatte.


  Datum: 20.08.19 09:00 Uhr



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