Sie befinden sich hier:  
Wichtige Links:  Mediadaten | Impressum | Kontakt | 
Wichtige Funktionen: Schrift NormalAccesskey


  Nautisches Essen 2019

Von: Werner Barz


Vorsitzender Harald HĂŒbner (r.) und sein Stellvertreter Roderich Felsberg bedanken sich bei Eric Dalege (l.) mit einen „Aal von Föh“ fĂŒr das eindrucksvolle Referat.

FĂŒr musikalische Unterhaltung sorgten Petra Voyatzian (l,) und Dr. Monika Krebs

KAPPELN (rz).
Der Jahreshöhepunkt im Vereinsleben des Nautischen Vereins Kappeln-Schlei e.V. (NVK) ist das traditionelle „Nautische Essen“, das regelmĂ€ĂŸig Anfang November mit den Mitgliedern und geladenen EhrengĂ€sten im Vereinslokal stattfindet. Das ist zurzeit das Restaurant „Tauwerk“ im SĂŒdhafen.
Der Ablauf verlief gemĂ€ĂŸ bestehender Tradition. PĂŒnktlich um 19 Uhr wurde an der Schiffsglocke
(6 Glas) geschlagen, das war das Signal, dass die Veranstaltung eröffnet war und der neu gewĂ€hlte Vorsitzende Harald HĂŒbner die 61 GĂ€ste begrĂŒĂŸen konnte.

Der Abend verlief nach traditionellen Regeln. Nachdem an der Schiffsglocke mit „6 Glas“ die Veranstaltung eingelĂ€utet war, ĂŒbernahm der neu gewĂ€hlte Vorsitzende Harald HĂŒbner die Aufgabe, die 61 GĂ€ste zu begrĂŒĂŸen. Darunter waren u. a. als EhrengĂ€ste mit dabei BĂŒrgervorsteher Frank Nickel, Kreistagsabgeordneter Horst Trauzettel, die BĂŒrgermeister Friedrich Bennetreu (SĂŒderbrarup) und Peter-Martin Dreyer (Rabenkirchen-FaulĂŒck), Heringskönig Andreas Graunke, Wirtschaftskreisvorsitzender Stefan Lenz, sowie Vertreter Kappelner Vereine. der Schulen und der Bundesmarine. Mit dabei waren auch die VorgĂ€nger von Harald HĂŒbner, die frĂŒheren NV-Vorsitzenden KapitĂ€n zur See a.D. Arndt Rainer Boonstoppel und Rainer Gause. Harald HĂŒbner nutzte die Gelegenheit, sich als neuen Vereinsvorsitzenden vorzustellen. Anschließend ĂŒbergab er die Leitung des Abends an seinen Stellvertreter Roderich Felsberg.
Nach der Vorsuppe stellte der Festredner, KapitĂ€n Eric Dalege, Vorsitzender der Bundeslotsenkammer und des „Lotsbetriebsvereins“ in seinem Festvortrag unter dem Titel „Der Lotsbetriebsverein – Menschen und Hightech fĂŒr die Sicherheit im Lotswesen“, die Arbeit der Lotsen vor, die in der Deutschen Bucht und auf der Elbe fĂŒr die Sicherheit der teilweise sehr großen Schiffe Sorge tragen.
Das ist nicht immer ganz einfach, weil es gelegentlich dazu kommt, dass keine gemeinsame Sprache zur VerstĂ€ndigung gefunden wird. Das ist nicht ungefĂ€hrlich. Vor allem, wenn es gilt, mit den großen zu auf kleinem Raum zu manövrieren. Er hielt auch nicht die Schwierigkeiten zurĂŒck, die die Lotsen oftmals vor Ort erleben, wenn bei EinsĂ€tzen keine gemeinsam verstĂ€ndliche Sprache genutzt werden kann.
Lotse kann werden, wer das KapitĂ€nspatent erworben hat und zwei Jahre zur See gefahren ist. KapitĂ€n Dalege wĂŒrde eine dreijĂ€hrige Ausbildung besserfinden. Sie mĂŒsste gleich im Anschluss an die Schule stattfinden. In dieser Zeit mĂŒssen sie viel lernen. Jedes Schiff ist anders, dennoch muss der Lotse das Wissen und Können besitzen, um die unterschiedlich großen und unterschiedlich ausgestatteten Schiffe auch durch gefĂ€hrliche GewĂ€sser zu fahren. Das mĂŒssen sie lernen und ihr Können dann in einem Staatsexamen beweisen.
Dalege machte auch deutlich, dass die Lotsen bereits jetzt fĂŒr die Zukunft ausgebildet werden sollten. Denn es gibt bereits jetzt Studien mit autonom fahrenden Schiffen.
In der Deutschen Bucht warten tĂ€glich 54 Mitarbeiter rund um die Uhr darauf, dass sie als Lotse angefordert werden. Sie wissen nicht, welches Schiff sie ĂŒbernehmen werden. Sie wissen aber auch nicht, mit welcher Sprache sie an Bord kommunizieren mĂŒssen. So geht es jeden Tag und bei jedem Wetter. Selbst bei WindstĂ€rke 8 und mehr. Sie warten auf See in Booten, die so gebaut sind, dass der Seegang nicht zu spĂŒren ist. Und mit denen können die Lotsen auch an Schiffen anlegen, die mit 15 Knoten daherkommen. Allerdings hat der „Lotsbetriebsverein“ verschiedene Boote im Einsatz. Die Planung eines Bootes dauert rund 3 Jahre.
KapitĂ€n Eric Dalege stellte abschließend den Arbeitsalltag der Elblotsen vor. Er selbst outete sich als Lotse seit 2002. Seit einem Jahr ist er Vorsitzender der Bundeslotsenkammer.
FĂŒr die Elblotsen gilt, dass Deutsch die Amtssprache ist. Und sie brauchen Geduld, um mit den verschiedenen Kulturen kommunizieren zu können. Und das muss er. Denn er muss oft mit Menschen zusammenarbeiten, die er nie zuvor gesehen hat. Das wissen die KapitĂ€ne der anderen Schiffe zu schĂ€tzen
Neuerdings sind auch Schiffe von ĂŒber 400 m LĂ€nge und 60 m Breite. Wenn die, vollgepackt mit Containern, auf der Elbe fahren, sieht der Lotse im FĂŒhrerstand nichts von der Elbe. Das ist bei dem starken Schiffsverkehr brandgefĂ€hrlich. Deshalb werden heute bereits 2 Lotsen fĂŒr ein großes Schiff angefordert. Über autonom fahrende Schiffe wollte Eric Dalege noch nicht so viel sagen. Aber er bestĂ€tigte was einst Helmut Schmidt gesagt hat: „Der Lotse muss an Bord bleiben!“
FĂŒr den sehr detaillierten Vortrag erhielt Eric Dalege nicht nur viel Beifall, sondern auch noch als Dank einen Aal von Föh.
Nach dem folgenden Hauptgericht durfte BĂŒrgervorsteher Frank Nickel die GrĂŒĂŸe der Stadt Kappeln ĂŒberbringen.
Bei der anschließenden Tellersammlung fĂŒr die Seemannsmission Kiel kamen 500 Euro zusammen. Diese Summe ĂŒbergaben Vorsitzender Harald HĂŒbner und sein Stellvertreter Roderich Felsberg an den Leiter der Seemannsmission Jochen Hinz. Der bedankte sich fĂŒr die Spende und betonte, dass das Geld dringend fĂŒr die Sanierung des GebĂ€udes der Seemannsmission gebraucht wird.
Und nachdem Harald HĂŒbner die Schlussworte gesprochen hatte, konnte zum „nautischen Klönschnack“ ĂŒbergegangen werden.


  Datum: 19.11.19 09:00 Uhr



Seite Drucken |

© 2019 Kappeln-Ellenberg.de