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  Rettung der Halbinsel Schleim├╝nde

Von: Werner Barz


V├Âllig ├╝berf├╝llt war der Sitzungssaal des Arnisser Rathauses bei der Gr├╝ndungsversammlung der B├╝rgerinitiative ÔÇ×Schleim├╝nde rettenÔÇť.

Hier wird eine Situation gezeigt, die am 29.11. 2019 um 12 Uhr aufgenommen wurde. Obwohl das Wasser nur eine H├Âhe von 35 cm ├╝ber NN hat, str├Âmt das Seewasser an dem Strandwallabbruch ├╝ber die Halbinsel. Normales Hochwasser ist ├╝ber einen Meter h├Âher.

Die Bereitschaft der Anwesenden, die Halbinsel Schleim├╝nde zu retten und der B├╝rgerinitiative beizutreten war gro├č und f├╝hrte zu Beginn der Versammlung zum Stau am Eingang.

Schleim├╝nde (rz).
Die Halbinsel Schleim├╝nde ist in ihrem Bestand gef├Ąhrdet. Das wurde bei einer Begehung im Oktober dieses Jahres festgestellt, an der sich Mitglieder des ÔÇ×Verein Naturnaher Wasserwanderplatz Schleim├╝nde e. V.ÔÇť, Mitglieder der ÔÇ×Stiftung Lighthouse FoundationÔÇť und Vertreter der Schleigemeinden Arnis Kappeln und Maasholm beteiligten.
Dabei kam u. a. heraus, dass an der Seeseite der Lotseninsel nur noch Kies zu finden ist. Den Sandstrand gibt es nicht mehr. Obwohl die ÔÇ×Lighthouse FoundationÔÇť, als sie 2006 das Lotsenhaus und Teile der Lotseninsel kaufte, f├╝r Sandaufsp├╝lungen und T-f├Ârmige Buhnen als Schutz gegen Sandversp├╝lungen rund 600.000 Euro investiert hatte. Bereits nach einem Jahr war die Vorsp├╝lung weg, abgetragen vom Wind und der Str├Âmung bei Hochwasser.
Ein damals angelegter Bohlenweg ist noch intakt. Aber der Strand davor ist weg. Ferner wurde eine verklammerte Steindecke freigesp├╝lt. Eine Abbruchkante hat den h├Âchsten R├╝cken des Strandwalles erreicht. Die dort befindlichen Kiefern und ein Zaun wurden untersp├╝lt, haben keinen Halt mehr und fallen um. Auch der Strandwall ist abgeflacht und an einigen Stellen durchbrochen. Das wiederum hat zur Folge, dass hier bei erh├Âhtem Wasserstand das Wasser ├╝ber die Nehrung abflie├čt. Dabei wird Torf aus- und Sand eingesp├╝lt.
Als Fazit l├Ąsst sich feststellen, dass die Halbinsel Schleim├╝nde derzeit stetig durch ├ťbersp├╝lungen abgetragen wird. Und das Ergebnis ist mit wenigen Worten schnell zusammengefasst: ÔÇ×Den Strand von vor 20 Jahren gibt es nicht mehrÔÇť, erkl├Ąrte Philipp Z├╝lsdorff.
Und es wird weiter so gehen. Seeseitig wird die K├╝ste abgetragen. Das k├Ânnte zum ÔÇ×Verlust eines einmaligen Ortes an der Ostseek├╝ste f├╝hren, wenn nicht z├╝gig etwas dagegen unternommen wirdÔÇť.
Um hier aktiv zu werden, haben der ÔÇ×Verein Naturnaher WanderplatzÔÇť, die ÔÇ×Stiftung Lighthouse FoundationÔÇť und die Gemeinden Arnis, Kappeln und Maasholm die B├╝rgerinitiative ÔÇ×Schleim├╝nde rettenÔÇť ins Leben gerufen. Am Wochenende fand, unter Federf├╝hrung von Philipp Z├╝lsdorff, Vorsitzender der Vereins Naturnaher Wasserwanderplatz, im viel zu kleinen Sitzungssaal des Arnisser Rathauses die Gr├╝ndungsversammlung der B├╝rgerinitiatiive statt. Dabei ging es nicht um die Gr├╝ndung eines Vereins oder einer W├Ąhlergemeinschaft. Es ging lediglich darum, Stimmen f├╝r eine Petition an den Landtag oder an das Ministerium zusammenzubekommen. Eingeladen dazu hatte der Initiativensprecher Philipp Z├╝lsdorf aus G├╝by. Und er war erfolgreich. Zu der Versammlung konnte er an die 90 Besucher in dem eigentlich zu kleinen Versammlungssaal im Arnisser Rathaus begr├╝├čen, darunter auch Kreispr├Ąsident Ulrich Br├╝ggemeier, Kappelns B├╝rgervorsteher Frank Nickel, B├╝rgermeister Heiko Traulsen und seine Arnisser Kollegin Marina Br├╝gge, Kappelner und Arnisser Stadtvertreter und Vertreter der die B├╝rgerinitiative tragenden Organisationen. In dieser Sitzung wurde sehr deutlich, wie ernst die Aktivisten die B├╝rgerinitiative ÔÇ×ÔÇťSchleim├╝nde rettenÔÇť sehen.
Jens Ambsdorf von ÔÇ×Light FoundationÔÇť erkl├Ąrte gleich zu Beginn, dass er nicht sagen k├Ânne, ob die Ver├Ąnderungen in Schleim├╝nde nat├╝rliche Ursachen haben. Auch nicht, wie es in 10 Jahren hier aussehen wird, wenn nichts getan wird. Allerdings warnte er: ÔÇ×Der Wasserstand soll steigen!ÔÇť Und damit k├Ânnte das das Aus f├╝r die Halbinsel sein. Ob die Ver├Ąnderungen in Schleim├╝nde nat├╝rliche Ursachen haben, konnte er nicht sagen.
Um die Halbinsel Schleim├╝nde zu sch├╝tzen, fordert die B├╝rgerinitiative in ihrer Petition ÔÇ× vom Land Schleswig-Holstein, Schleim├╝nde mit allen erforderlichen Ma├čnahmen zu sch├╝tzen und in seiner Funktionalit├Ąt in Bezug auf Hochwasserschutz und Naherholung wieder herzustellenÔÇť. So steht es in der Forderung der B├╝rgerinitiative.
Dagegen gab es keinen Widerstand. Es wurde auch dar├╝ber nachgedacht, aus dem K├╝stenschutzwall einen ÔÇ×offiziellen LandesschutzdeichÔÇť zu machen. Dazu k├Ânnte eine Arbeitsgruppe mit drei Personen gebildet werden, die m├Âgliche L├Âsungen vorschlagen sollte.
In der anschlie├čenden Diskussion wurde von einzelnen Rednern moniert, den Kreis und die Gemeinden st├Ąrker einzubeziehen. F├╝r den Kreis konnte Kreispr├Ąsident Br├╝ggemeier belegen, dass dieses Thema im Kreistag bereits eine wichtige Rolle spielt. Das best├Ątigte auch J├╝rgen Wollert, SSW-Gemeindevertreter in Arnis: ÔÇ×Mit der SPD haben wir im Kreis ├╝ber die Probleme gesprochen.ÔÇť Dabei wurde ├╝ber eine Unterst├╝tzung zugesagt.
Auch die betroffenen Gemeinden arbeiten bereits an der Probleml├Âsung. Heiko Traulsen: ÔÇ×Dennoch freuen wir uns, wenn sich auch die B├╝rger daf├╝r einsetzen.ÔÇť
Anschlie├čend konnten sic h die Teilnehmer der Sitzung in die ausgelegten Listen der B├╝rgerinitiative eintragen, wenn sie die Initiative unterst├╝tzen wollten. So kamen knapp ├╝ber 80 Unterschriften zusammen. Bereits vor der Sitzung hatten 208 ├╝ber das Internet ihre Unterst├╝tzung bekundet.
Wer Interesse hat, die B├╝rgerinitiative ÔÇ×Schleim├╝nde rettenÔÇť zu unterst├╝tzen, kann das ab sofort im Internet unter WWW.SCHLEIMUENDE-RETTEN.DE tun. Jede Stimme ist wichtig.

Foto: W. Barz, per Email:
1912Schleim├╝ndeREtten1+2: Anhand von aktuellen Luftaufnahmen stellt Philipp Z├╝hlsdorf die Gefahren vor, die der Halbinsel Schleim├╝nde drohen.
1912SChleim├╝ndeRetten3: V├Âllig ├╝berf├╝llt war der Sitzungssaal des Arnisser Rathauses bei der Gr├╝ndungsversammlung der B├╝rgerinitiative ÔÇ×Schleim├╝nde rettenÔÇť-
1912Schleim├╝ndeRetten4: Hier wird eine Situation gezeigt, die am 29.11. 2019 um 12 Uhr aufgenommen wurde. Obwohl das Wasser nur eine H├Âhe von 35 cm ├╝ber NN hat, str├Âmt das Seewasser an dem Strandwallabbruch ├╝ber die Halbinsel. Normales Hochwasser ist ├╝ber einen Meter h├Âher.
1912Schleim├╝ndeRetten5: Die Bereitschaft der Anwesenden, die Halbinsel Schleim├╝nde zu retten und der B├╝rgerinitiative beizutreten war gro├č und f├╝hrte zu Beginn der Versammlung zum Stau am Eingang.


  Datum: 09.12.19 09:00 Uhr



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