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  Die Herrin von Gut Roest

Von: Werner Barz


Ursula Raddatz mit ihrem neuen dokumentarisch-historischen Roman ĂĽber das Leben der Gutsdame Ida von Rumohr im 17. Jahrhundert.

Ursula Raddatz mit ihrem neuen dokumentarisch-historischen Roman ĂĽber das Leben der Gutsdame Ida von Rumohr im 17. Jahrhundert.

Rechtzeitig zur Weihnachtszeit hat die freie Journalistin und Kappelner Stadtführerin, Ursula Raddatz, wohnhaft in Steinbergkirche, ihren neuesten Roman mit dem Titel „Die Herrin von Gut Roest“ fertiggestellt. In dem dokumentarischen Roman nimmt sie ihre Leserinnen und Leser mit in das 17. Jahrhundert, in die Zeit des 30-jährigen Krieges Es ist die Zeit, in der viele Gilden und Beliebungen entstanden, u. a. auch die Kappelner Männergilde (1651).
In dem Roman lässt Ursula Raddatz die Zofe Anna-Sophie mit viel Verve und Empathie das Leben der Ida von Rumohr erzählen, die nach dem Tod ihres Ehemannes Heinrich von Rumohr im Jahre 1653 15 Jahre lang des Gut Roest geleitet hatte.
Geboren als Ida von Brockdorff auf Gut Windeby als Tochter  von Detlef von Brockdorff, dem vermutlich reichsten Adligen im Herzogtum Schleswig, ist sie kein einfaches Kind. Sie ist selbstbewusst und eigensinnig.  Sie möchte sich nie dem Willen eines Mannes unterwerfen. Dennoch heiratet sie mit 30 Jahren,  auf Druck ihres Landesherren Herzog Friedrich III. den Erben des Gutes Roest  Heinrich von Rumohr. Mit ihm bekommt sie 14 Kinder. Nicht alle ĂĽberleben die Geburt.
Nach dem ihr Mann gestorben war, ĂĽbernimmt sie die Leitung der Roester GĂĽter. Und das mit teilweiser inhumaner Härte. Ihretwegen wird eine Frau als Hexe verbrannt.  Als Sage wird berichtet, dass sie eine faule Magd an einen heiĂźen Ofen festketten lieĂź. Die Magd ĂĽberlebte die Qualen nicht. All das hat dazu gefĂĽhrt, dass Ida von Rumohr im Volksmund den Spitznamen „Böse Fru Ihd“ erhielt.
Und noch heute wissen Eingeweihte zu berichten, dass Ida von Rumohr im „Eiskellerwald“ –  ein kleines Gehölz nahe Gut Roest, beim Spuken anzutreffen ist. Dennoch sieht die Autorin Ursula Raddatz in der Gutsherrin eine eigenständige Frau, die sich erst als Witwe entfalten durfte.
Es hat sie fasziniert, einen Roman über eine Frau zu schreiben, die ihrer damaligen Zeit weit voraus war, weil sie frei sein und selbst entscheiden wollte. Überhaupt fand sie die Rolle der Frau im 17. Jahrhundert „überhaupt nicht passend“.
Fast acht Jahre hat Ursula Raddatz recherchiert. Dabei hat ihr der Kappelner Stadtarchivar Hans-Peter Wengel Hilfe geleistet. Herausgekommen ist ein Roman, den man, weil er konsequent geschrieben ist,  schwer wieder weglegen kann, wenn man mit dem Lesen begonnen hat.
Und für Heimatinteressierte kann es ein interessanter „Blick zurück“ sein.


  Datum: 11.12.18 09:00 Uhr



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