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  Sicherheitsmanagement auf Kreuzfahrtschiffen

Von: Werner Barz


So wohnt Kapitän Beate Erdmann an Bord der „MS Europa“.

Als Dank für den interessanten Vortrag überreicht Vorsitzender Harald Hübner der Referentin Beate Erdmann einen „Aal von Föh“.

Harald Hübner eröffnet die Januarveranstaltung des NV Kappeln im völlig überfüllten ASC-Clubraum „Concordia“.

KAPPELN (rz).
Das war ein Superstart ins Neue Jahr 2020 für den „Nautischen Verein Kappeln-Schlei e. V.“ und den neuen Vorsitzenden Harald Hübner. Erstmalig war mit der Kapitänin Beate Erdmann – 1. Offizier/Sicherheitsoffizier auf dem Luxus-Kreuzschiff „MS Europa“ – eine Frau als Referentin für das Januar-Mitgliedertreffen im Vereinslokal „Tauwerk“ gewonnen worden, und schon stieg die Teilnehmerzahl auf rekordverdächtige 70 Personen.
Somit konnte ein strahlender Vorsitzender Hübner, nachdem sein Schatzmeister Horst Loreth an der Schiffsglocke die Anfangszeit mit 7 Glasen einläutete, anschließend ein übervolles Haus zur ersten Veranstaltung im Jahr 2020 begrüßen.
Er stellte die Referentin Beate Erdmann (37) vor, die dann mehr als eine Stunde mit Begeisterung, viel Temperament und kompetentem Fachwissen am Beispiel der „MS Europa“ zum Thema „Sicherheitsmanagement auf Kreuzfahrtschiffen“ referierte.
Zunächst stellte sie die 20 Jahre alte „Europa“ vor. Das ist das Kreuzschiff auf dem sie als 1. Offizier mitfährt. Dabei ist sie regelmäßig 3 Monate arbeitend auf See und dann drei Monate auf Urlaub zu Hause.
Auf der „MS Europa“ können maximal 408 Gäste in 204 Kabinen mitfahren. Für die sind 283 Mitarbeiter an Bord tätig, - in verschiedenen Bereichen. Davon sind 120 deutsche Staatsbürger.
Angetrieben wird das Schiff durch eine dieselelektrische Anlage. Je zwei Acht- und Sieben-Zylinderdiesel erzeugen die 28.900 kW Strom für den Antrieb und den Strom an Bord. Im Notfall können je nach Energiebedarf die Motor-Generator-Einheiten zu- oder abgeschaltet werden. Der Betrieb der Maschinen- und Antriebsanlage erfolgt voll automatisiert und wird vom Maschinenkontrollraum auf Deck 3 überwacht.
Die „MS Europa“ fährt unter der Flagge Panamas für die Reederei „Hapag Lloyd Kreuzfahrten GmbH“.
Sie ist 199 m lang, hat einen Tiefgang von 6 m und eine Breite von 24 m. Sie fährt mit einer Geschwindigkeit von 21 Knoten.
„Englisch ist an Bord die Sicherheitssprache“, erklärte Kapitän Erdmann. „Jeder muss Englisch können.“ Und das muss nachgewiesen werden. Zusätzlich wird es regelmäßig abgetestet.
Die Gäste werden bei Ankunft in Gruppen darüber informiert, wie sie sich im Falle von Feuer oder bei „Mann über Bord“. Das ist Aufgabe des Sicherheitsoffiziers Beate Erdmann.
Sie ist auch für das Sicherheitsmanagement zuständig. Sie muss dafür sorgen, dass die baulichen Maßnahmen funktionsfähig bleiben, dass zum Beispiel Türen der Fluchtwege nicht blockiert werden und dass auch organisatorisch alles stimmt. Dazu muss sich das Personal an Bord gut auskennen. Auch das wird regelmäßig trainiert und getestet. Denn, sollte es mal zu einem Brand kommen, müssen die Einsatzkräfte sofort wissen, wohin sie gehen müssen und wie sie am besten dahin kommen. Da darf keine Zeit verloren gehen. Denn im Ernstfall können Sekunden entscheidend sein. Die Funktionsfähigkeit der Türen wird regelmäßig durch das Safety-Team unter Leitung von Beate Erdmann kontrolliert.
Es gibt verschiedene Safety-Teams an Bord, u. a. für die Feuerbekämpfung, für den medizinischen Bereich und für die Evakuierung, wenn es notwendig wird. Damit die Mitarbeiter topfit bleiben, werden auch sie regelmäßig zum Training geschickt. Aber auch immer dann, wenn eine neue Tour ansteht.
AbschlieĂźend stand Beate Erdmann fĂĽr Fragen zur VerfĂĽgung.
Besonders zwei Fragen sorgten für eine längere Diskussion. Ob sie es gut findet, wurde die Referentin gefragt, dass eine deutsche Reederei ihr Schiff unter Panamaflagge fahren lässt. Sie erklärte, das sei günstiger für die Reederei. Aber die Mitarbeiter, meist Philippinen, verdienen an Bord viel Geld. Mehr als sie zu Hause verdienen würden. Davon profitieren Reederei und Mitarbeiter.
Auch die Frage, warum die „MS Europa“, wenn sie an der Brücke anlegt, keinen „Landstrom“ nutzt, ließ einige Probleme unbeachtet. Auch hier wurden wirtschaftliche Interessen vornean genannt. Klimaschutz war kein Thema.


  Datum: 14.01.20 09:00 Uhr



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