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  Türkengilde verzichtet auf Große Gilde

Von: Werner Barz


Florian Funk (r.)überreicht den neuen Gildebrüdern (v.l.) Aaron Weidmann, Tim Bielke und Lennart Hansen als Zeichen der Vollmitgliedschaft die Gilde-Krawatte. Auf dem Bild fehlt Oliver Toesdorf.

Florian Funk (r.)überreicht den neuen Gildebrüdern (v.l.) Aaron Weidmann, Tim Bielke und Lennart Hansen als Zeichen der Vollmitgliedschaft die Gilde-Krawatte. Auf dem Bild fehlt Oliver Toesdorf.

Acht Mitglieder konnte der 1. Ältermann Florian Funk (Mitte)zum morgendlichen  „Türkentrecken vor dem Gildelokal begrüßen.

Acht Mitglieder konnte der 1. Ältermann Florian Funk (Mitte)zum morgendlichen „Türkentrecken vor dem Gildelokal begrüßen.

Unter Absingen des Gildelieds wird das Gildemaskottchen „Garibaldi“ am Fahnenmast hochgezogen.

Unter Absingen des Gildelieds wird das Gildemaskottchen „Garibaldi“ am Fahnenmast hochgezogen.

Die Ältermänner (v.l.) Jan Martensen, Florian Funk und Tobias Steffen eröffnen die Gildeversammlung 2018 im „Landgang“.

Die Ältermänner (v.l.) Jan Martensen, Florian Funk und Tobias Steffen eröffnen die Gildeversammlung 2018 im „Landgang“.

Diese neun Ältermänner repräsentieren fast vier Jahrzehnte Türkengildeleitung- Sie führten die Türkengilde seit 1983:  (v.l.) Florian Funk (aktuell), Heinz Daniel (ältester Ältermann), sowie Ulrich Jessen,  Uwe Raub, Knud-Edgar Rieger, Hauke Daniel, Falko Kneten, Lars Burger und Jan Becker.

Diese neun Ältermänner repräsentieren fast vier Jahrzehnte Türkengildeleitung- Sie führten die Türkengilde seit 1983: (v.l.) Florian Funk (aktuell), Heinz Daniel (ältester Ältermann), sowie Ulrich Jessen, Uwe Raub, Knud-Edgar Rieger, Hauke Daniel, Falko Kneten, Lars Burger und Jan Becker.

Florian Funk nimmt (v.l.) David Michaelis) und Luka Böttcher zwei neue Mitglieder – zunächst für ein Jahr zur Probe – auf.

Florian Funk nimmt (v.l.) David Michaelis) und Luka Böttcher zwei neue Mitglieder – zunächst für ein Jahr zur Probe – auf.

Für die Mitglieder der „Junge-Leute-Gilde zu Kappeln von 1667“, besser als Kappelner Türkengilde“ bekannt, -  die in diesem Jahr 350 Jahre alt wird, -  ist der erste Tag nach Weihnachten stets  ein Härtetest. Es ist seit 350 Jahren der Tag der Mitgliederversammlung. Und der beginnt am frühen Morgen mit dem „Türkentrecken“. Dabei wird vor dem Gildelokal das hölzerne Maskottchen „Garibaldi“ am Fahnenmast aufgezogen, zum Zeichen, dass die „Türkengilde“ wieder aktiv wird, und als Hinweis, dass am Abend die Gildeversammlung stattfindet. Zwischen dem „Türkentrecken“ und der abendlichen Versammlung findet auch noch ein Ummarsch durch Kappeln statt, bei dem auch ehemalige Mitglieder besucht werden.

Wie immer lief der Tag des „Türkentreckens 2017“ in traditioneller Weise ab. Gegen 10:30 Uhr trafen sich die Gildebrüder im Kappelner Nordhafen. Dazu konnte der im vergangenen Jahr gewählte 1. Ältermann Florian Funk acht aktive Gildebrüder begrüßen. Von dort wurden sie mit dem Raddampfer „Schlei Princess“ in den Südhafen gebracht, - zum Gildelokal „Landgang“. Während der kurzen Überfahrt wurden  das Gilde- und das Kappelnlied gesungen.  

Vor dem ASC-Restaurant „Landgang“ wurde unter  Absingen des Gildelieds „Unser Türk heißt Garibaldi“  das Gildemaskottchen  am Mast hochgezogen. Danach konnten sich die Gildebrüder mit Heißgetränken im „Landgang“ aufwärmen, bevor der Ummarsch durch die Kappelner Innenstadt begann. Auch dabei wurde kräftig gesungen. Am Ende stand der Besuch des „passiven Gildebruders“ Niklas Itzke und in geselliger Runde der Nachmittag in der „Alten Eule“ verbracht.

Ab 17 Uhr durften die Gildebrüder eine Auszeit zum Erholen nehmen. Um 20 Uhr mussten sie dann wieder pünktlich im Gildelokal sein. Die Teilnahme an der Gildeversammlung ist für die „aktiven Gildebrüder“ Pflicht. Wer unentschuldigt fehlt, bekommt eine Strafe aufgebrummt. Manchmal wird auch eine   Abordnung losgeschickt, die den Fehlenden notfalls auch mit körperlichem Einsatz – gefesselt -  in die Versammlung holt. Das war diesmal nicht nötig.

Als der 1. Ältermann Florian Funk am Abend im „Landgang“ die Gildelade öffnete, die Gildekette herausnahm und sie umhängte, war die Gilde-Versammlung 2017 offiziell  eröffnet. Wer später kam, musste zahlen. Ab jetzt übernahmen  die drei Ältermänner Florian Funk (1,), Jan Martensen (2,) und Tobias Steffen (3.) die Regie. Sie durften  auch Strafen verhängen. Wer u. a. falsch sang, ohne Aufforderung redete, sich beim Reden keinen Fez aufsetzte  oder unerlaubt den Saal verließ, wurde bestraft. Dazu schlugen die Ältermänner mit einem Schlagholz auf ein Brett, nannten einen Namen und eine Zahl. Danach machte sich der „Strafgeldeintreiber“ auf, von dem Genannten den betreffenden Euro-Betrag einzukassieren. Diese Aufgabe hatte Ältermann Florian Funk in seiner ersten Amtshandlung an Claudius Callsen übertragen. Gezahlt wurde stets ohne Murren. Es war schließlich Geld, das in die Gildekasse floss. Der Strafgeldeintreiber hatte bis kurz vor Mitternacht  gut zu tun.

Zu der Versammlung konnte Ältermann Florian Funk 12 aktive Gildebrüder, 11 passive und seine beiden weiteren Ältermänner begrüßen. Insgesamt waren 26 Personen erschienen. Unter den 11 passiven Mitgliedern waren acht ehemalige Ältermänner, die die Gilde seit 1984 durchgängig geleitet hatten. Dienstältester Ältermann davon ist Heinz Daniel. Zusammen mit dem derzeit amtierenden Florian Funk waren somit neun Ältermänner anwesend.

Nach einer Gedenkminute zu Ehren der verstorbenen Gildebrüder, gab Florian Funk seinen ersten Jahresbericht. „Es war ein erfolgreiches Jahr“, erklärte er. „Zur Türkenmaskerade unter dem Motto „Marvel versus Disney“ in der „Alten Eule“ kamen knapp 400 Besucher.“ Zusätzlich war die Gilde bei den Heringstagen vertreten, aber nicht beim Vereins- und Behördenschießen des Schützenvereins. „Wir sind zu spät informiert wurden“, erklärte Lars Burger, der für den Start bei dieser Veranstaltung verantwortlich war.

In diesem Zusammenhang bemängelte Ältermann Funk  die „mangelhafte Beteiligung der Mitglieder an Aktivitäten“. Die kann noch verbessert werden. Auch die Sangesfreudigkeit ist noch verbesserungswürdig, monierte er. Dennoch war es ein tolles Jahr. Dafür dankte er allen Helfern. 

Ein Kassenbericht wurde nicht vorgelegt. Aber Kassenprüfer Eric Wald bestätigte, die ordnungsgemäße Kassenführung. Der Vorstand wurde  einstimmig entlastet und anschließend Frederick Florian und Jan Becker zu neuen Kassenwarten bestimmt.

Nach erfolgreich verlaufenem Probejahr wurden Lennart Hansen, Tim Bielke, Aaron Weidmann und – entschuldigt fehlend – auch Oliver Toesdorf – per einstimmigen Beschluss in die Gilde aufgenommen und erhielten den begehrten  Gildeschlips als vollwertige Gildebrüder. Erfreulich für die Gilde war, dass niemand wegen Heirat in die Abteilung der passiven Mitglieder entlassen werden musste. Da sich aber mit David Michaelis (30) und Luka Böttcher (19) zwei junge Männer um die Mitgliedschaft in der Gilde bewarben, die ihnen nach langwieriger Befragung auch einstimmig gewährt wurde, ist die Zahl der aktiven Mitglieder um zwei gestiegen. Die Neuen erhielten als Bestätigung ihrer „Mitgliedschaft auf Probe“  einen Fez ausgehändigt. Und sie bekamen einen Paten an die Seite gestellt, der sie im Probejahr begleiten soll.

Vorstandswahlen standen diesmal nicht auf der Tagesordnung. Aber es musste ein neues Gildelokal gefunden werden. Einstimmig entschieden sich die Gildebrüder für die Kombination „Cameo“ und „Hexenhaus“. Das „Cameo“ setzte sich damit gegen Vorschläge wie „Pierspeicher“,  „Port 19“, „Giftbude Schleimünde“ und „Schlei Princess“ durch.

Abschließend ging es um die Planung der Verasntaltungen im Jahr 2018. Dabei hatte Florian Funk eine betrübliche Nachricht. Die „Gro0e Gilde“ aus Anlass des 350-jährigen Bestehens der Türkengilde muss ausfallen. Die Begründung dazu lieferte Ex-Ältermann Hauke Daniel in einer längeren Rede, in der er klar machte, dass die Planung zu spät erfolgt sei und das Gildefest in geplanter Form und aufgrund des letztjährigen Wechsels in der Gildeführung in der vorhandenen Zeit  daher nicht zu machen ist. „Wir schaffen das nicht“,  erklärte Hauke Daniel. Alle sahen das ein und beschlossen einstimmig, dass die „Große Gilde 2018“ nicht stattffindet.

Dagegen wird die diesjährige Türkenmaskerade unter dem pikanten Motto „Der Kiez kommt nach Kappeln“ am 3. Februar 2018 – erster Sonnabend im Februar – gefeiert. Für die Vorbereitung und Organisation dieser Traditions-Veranstaltung wurde ein Orga-Ausschuss mit Jan Martensen,  Florian Föh und Marc Petersen gebildet.  Die Anwesenden wurden zum Mithelfen aufgerufen. Um die Teilnahme am Vereins- und Behördenschießen wird sich Lars Burger kümmern. Und das Knochenpulen wird auch wieder stattfinden. Un an den Heringstagen 2018 wird sich die Türkengilde ebenfalls beteiligen. 

Um 23:38 Uhr konnte Florian Funk die Versammlung offiziell beenden. Das war über eine Stunde früher als im Vorjahr. Und damit hatte der neue Vorstand seine Feuertaufe mit Bravour bestanden.

Jetzt steht als nächstes die Organisation und Durchführung der „Türkenmaskerade“ unter dem Motto „Der Kiez kommt nach Kappeln“ auf dem Programm. Dazu soll der Vorverkauf in Kürze beginnen.


  Datum: 09.01.18 09:00 Uhr



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