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  Bürger stufen B 201 in Rabenkirchen-Faulück als gefährlich ein

Von: Werner Barz


Im Abstand von 10 m führt die B 201 in Rabenkirchen-Faulück an den Häusern vorbei.

Im Abstand von 10 m führt die B 201 in Rabenkirchen-Faulück an den Häusern vorbei.

Autofahrer, die von ihrem Grundstück auf die Straße wollen, haben nur knapp 60 m Sicht auf den fließenden Verkehr.

Autofahrer, die von ihrem Grundstück auf die Straße wollen, haben nur knapp 60 m Sicht auf den fließenden Verkehr.

Kurt Solberg (l.) und Ortwien Semmling  möchten das Gefahrenpotenzial der B 201 in Rabenkirchen-Faulück senken.

Kurt Solberg (l.) und Ortwien Semmling möchten das Gefahrenpotenzial der B 201 in Rabenkirchen-Faulück senken.

Die nahe an der B 201 liegenden Häuser bilden ein Risiko für die Autofahrer, die auf die Straße wollen.

Die nahe an der B 201 liegenden Häuser bilden ein Risiko für die Autofahrer, die auf die Straße wollen.

Die B 201 in Rabenkirchen-Faulück birgt für die Anrainer großes Gefahrenpotenzial. Das könnte durch Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbot verringert werden.

Die B 201 in Rabenkirchen-Faulück birgt für die Anrainer großes Gefahrenpotenzial. Das könnte durch Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbot verringert werden.

Die Anlieger an der B 201 in Rabenkirchen-Faulück fühlen sich in Sachen „Verkehrssicherheit“ von der Kreisverwaltung in Schleswig stiefmütterlich behandelt. Das als gefährlich bei den Anrainern eingestufte Teilstück der B 201 liegt „innerhalb der beiden grünen Ortsschilder“, erklären Kurt Solberg und Ortwien Semmling, die sich als „Initiatoren für mehr Verkehrssicherheit“ dafür einsetzen, dass in diesem Bereich  ein Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung eingeführt werden. Das betrifft einen rund 1 km langen Straßenabschnitt, der – für die aus Kappeln Richtung Süderbrarup fahrenden Fahrzeuge – etwa 200 m vor den Bahnschienen in Faulück endet.

In diesem Bereich stehen 13 Häuser, alle im Abstand von nur knapp gut 10 m zur Fahrbahn, in denen rund 30 Personen wohnen, darunter Kinder, die morgens die Straße überqueren müssen, um den Bus zur Schule oder zur KiTa zu erreichen. Hier wohnen aber auch Rentner ohne Auto, die nicht mehr gut zu Fuß sind, Rollatoren benutzen, wenn sie den Weg zur Bushaltestelle nehmen. Alle sind gefährdet durch zu schnelle Fahrzeuge, weil die Strecke schwer einzusehen ist.

Bereits 2006 hatten Kurt Solberg, Ortwien Semmling und Traude Goos den Kreis im Namen von 25 Bürgern, die eine entsprechende Petition unterschrieben hatten, auf diese gefährliche Verkehrssituation in Rabenkirchen-Faulück schriftlich aufmerksam und entsprechende Vorschläge gemacht.

Daraufhin erhielten die Beschwerdeführer ein paar Monate später das Schreiben (Datum: 21.02.2007) eines Mitarbeiters des damaligen Landrats Bogislav-Tessen von Gerlach, in dem mitgeteilt wurde, dass polizeiliche Messungen ergeben hatten, dass 96,5% der Autos auf dieser Strecke weniger als 100 km/h fahren. Außerdem sei die Fahrbahn durch eine durchgezogene Linie begrenzt. Das würde schon einer Geschwindigkeitsbegrenzung sehr nahe kommen. Und dann wurde noch angemerkt, dass es in den Jahren von 2002 bis 2007 nur zwei Unfälle gegeben habe.

Dass aber 3,5% aller Autofahrer hier zu schnell gefahren seien und sogar auch noch Laster überholt haben, war offensichtlich kein Grund zum Einschreiten für die Behörde.

Das sieht Traude Goos ganz anders. Sie ärgert sich über diese Behördenarroganz. Sie hat bereits sechs Mal in 20 Jahren „ungebetenen Besuch“ erhalten, durch Fahrzeuge, die in ihren Garten gesegelt kamen. Alle Fahrzeuge waren zu schnell unterwegs.

Einige kamen mit den Rädern nach oben, andere erreichten das Privatgelände im Flug und landeten auf dem Dach des Hauses. „Praktisch jeder Anwohner an diesem Straßenstück hat diese Erfahrung schon gemacht“, ergänzt Kurt Solberg, der seit 1981 in Rabenkirchen-Faulück an der B 201 wohnt. „Bei mir hat ein von der Straße abgekommener Autofahrer alle Bäume im Vorgarten gefällt.“

Bisher gab es unter den Anwohnern noch keinen Toten. „Aber jeder Tote wäre einer zuviel“, sagt Kurt Solberg, und deshalb kämpfen er und Ortwien Semmling für ein Überholverbot und eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf diesem Teilstück. Und sie hoffen, dass sie diesmal erfolgreicher sind. Ihre ebenfalls gebeutelten Nachbarn stehen auch diesmal wieder voll hinter dieser Aktion.

Und sie haben weitere Argumente für ihre Forderung nach mehr Sicherheit auf diesem Teilstück. Das sind zum einen das verstärkte Wildaufkommen, die Lautstärke der zu schnellen Autos und vor allem die Schwierigkeit der Anlieger, mit ihrem Fahrzeug auf die Straße zu kommen.

Besonders das Einfädeln mit dem Auto vom eignen Grundstück in den fließenden Verkehr wird als gefährlich empfunden, weil die Grundstücke nahe an der Straße liegen, die Straße nach beiden Seiten schwer einsehbar ist und so die viel zu schnell fahrenden Autos zu spät gesehen werden, bzw., dem Fahrer, der auf die Straße möchte, zu wenig Zeit zum Reagieren bleibt.

Dass das tatsächlich gefährlich ist, belegt Kurt Solberg mit der Statistik. Und die sagt aus, dass das bislang unfallträchtigste Jahr auf dieser Strecke mit 13 Unfällen vermerkt ist.

Jetzt hoffen die Initiatoren, dass sie Unterstützung für ihr Anliegen von den Politikern in der Gemeindevertretung und Bürgermeister Peter Dreyer erhalten.

 


  Datum: 08.03.18 09:00 Uhr



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