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  Die Heimkehr der "Peking"

Von: Werner Barz


Kapitän Uwe Schneidewind berichtete auf unterhaltsame Weise über die Heimkehr des Flying P-Liners „Peking“, dem Schwesternschiff der „Passat“.

Mit dem „Combi Lift III“ aus den Niederlanden wird die „Peking“ über den Atlantik gebracht.

Die „Peking“ auf der Peters-Werft in Wewelsfleth.

(v.l.) Der neue Wirt im ASC-Restaurant „Tauwerk“ Michel Helmchen, mit dem Referenten Kapitän Uwe Schneidewind und dem Vereinsvorsitzenden Rainer Gause mit dem Begrüßungssekt.

Als Lohn für seinen unterhaltsamen Vortrag erhält Uwe Schneidewind einen „Aal von Föh“ vom Vorsitzenden Rainer Gause überreicht (v.l.).

Hier wird die „Peking“ von dem Combi-Dockschiff komplett aufgenommen.

Mit dem Thema „Heimkehr der Peking“ und dem Referenten Kapitän Uwe Schneidewind aus Kiel hatte der Vorsitzende des Nautischen Vereins  Kappeln-Schlei, Rainer Gause, offensichtlich ein die Mitglieder interessierendes Thema auf die Tagesordnung der Januarversammlung gesetzt. Denn zu dieser ersten Veranstaltung des neuen Jahres konnte er an die 50 Mitglieder in dem in „Tauwerk“ umbenannten ASC-Restaurant – ehemals „Landgang“ - begrĂĽĂźen.
Bei dieser Gelegenheit stellte er auch den neuen Gastwirt Michel Helmchen vor, der seine neuen Gäste gleich mit einem  Glas Sekt begrĂĽĂźte. Er hat das ASC-Restaurant seit Jahresbeginn ĂĽbernommen.
AnschlieĂźend stellte Rainer Gause den Referenten Uwe Schneidewind  (81) vor, der als 16-jähriger auf der „Pamir“ als Schiffsjunge seine seemännische Karriere startete. Später als 1. Offizier 23 Jahre auf dem Segelschulschiff „Gorch Fock“ der Marine seinen Dienst tat und danach den Passagiersegler „Lili Marlen“ als Kapitän fĂĽhrte. Auch nach seiner Pensionierung ist er der Segelschifffahrt  treu geblieben. Er ist  GeschäftsfĂĽhrer der „Pamir-Passat-Vereinigung“. Und er macht heute noch die Fahrpläne fĂĽr die Kreuzfahrten der Hamburger Reederei „Sea Cloud Cruises“. Er war bereits zum zweiten Mal Gastreferent beim Nautischen Verein in Kappeln. Beim erstenmal  hatte er einen Film ĂĽber eine Sturmfahrt der „Peking“ von Hamburg nach Valparaiso/Chile im Jahr 1928 gezeigt.
Diesmal berichtete er ĂĽber die Arbeit an Bord und ĂĽber das Schicksal der „Peking“. Sie ist ein Schwesternschiff der in LĂĽbeck beheimateten „Passat“.  Beide Schiffe gehören zu dem Quartett der letzten vier groĂźen Flying P-Liner auf der ganzen Welt. AuĂźer den beiden gibt es nur noch die "Pommern" im finnischen Mariehamn, und die „Padua“, die jetzt unter dem Namen „Kruzenstern“ als russisches Schulschiff unterwegs ist. Ein weiteres Schwesterschiff, die "Pamir", sank 1957 in einem Hurrikan.
 Als Flying P-Liner gelten alle Segelschiffe, die sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Besitz der Reederei F. Laeisz befanden. Alle trugen die typischen Reedereifarben Schwarz-WeiĂź-Rot. Es waren zuverlässige und schnelle GroĂźsegler, die fĂĽr den Salpetertransport von Chile nach Deutschland eingesetzt wurden.
1910 wurde die „Peking“ auf der Hamburger „Blohm & Voss“-Werft gebaut.  1911 machte der 115 m lange und 14,4 breite Viermast-GroĂźsegler seine erste Fahrt nach Valparaiso. Insgesamt hat die  „Peking“ diesen Seeweg noch  34 Mal problemlos geschafft, einschlieĂźlich der Kap-Hoorn-Passage.
Im 1. Weltkrieg wurde das Schiff in Chile beschlagnahmt und nach England überführt. Nachdem Italien das Schiff 1923 als Reparation erhalten hatte, konnte Reeder Laeisz den Segler noch im gleichen Jahr zurückkaufen. 1926 wurde die „Peking“ zum kombinierten Schul- und Frachtschiff umgebaut.
Die Arbeit an Bord war hart. Elektrischen Strom gab es nicht. Alles musste per Hand durch Menschenkraft erledigt werden. Kapitän Schneidewind belegte das mit Original Fotos. Seemänner, die bei hoher See barfüßig in den Masten herumkletterten, um Segel zu bergen, oder die die Ankerwinde bedienen mussten. Das war gnadenlos harte Arbeit.
1932 wurde das Schiff nach England verkauft und wurde Schulschiff. 1974 kam die „Peking“ in die USA und lag zuletzt  als Museumsschiff im New Yorker Hafen. Sie wurde im Juli und August 2017 zur Restaurierung in die Wewelsflether Peters-Werft in Deutschland  mit dem Combi-Dockschiff „Combi Dock III“ ĂĽberfĂĽhrt. Der Transport dauerte 11 Tage, vom  19. - 30. Juli. Am 2. August 2017 erreichte sie die Peters-Werft in Wewelsfleth.  Auch darĂĽber berichtete Kapitän Schneidewind. Er hat die „Peking“ auf der Werft besucht und zeigte anhand von Foto, was alles am Schiff marode war. Die Sanierung soll 20 Mio. Euro kosten und - wenn alles gut läuft - 2020 abgeschlossen sein. Dann, so die Vermutung, wird sie im Hamburger Hansa Hafen beim Hafenmuseum ihren endgĂĽltigen Liegeplatz finden.
Anschließend stand Kapitän Uwe Schneidewind den Anwesenden für Fragen zur Verfügung. Rainer Gause bedankte sich abschließend für den eindrucksvollen Vortrag und überreichte dem Referenten den obligaten Aal von Föh.


  Datum: 12.01.19 09:00 Uhr



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