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  Eine Pilgertour ĂŒber den Ochsenweg

Von: Werner Barz


Eva Mertens bedankt sich bei Gunnar Green fĂŒr den gelungenen Vortrag mit Leckereien aus der Kappelner SchokoladenkĂŒche.

Traumhafte Landschaften erlebte Gunnar Green auf seiner Ochsenweg-Tour nach Viborg

KAPPELN (rz).
Gast beim September-Treff der „Kappelner LandFrauen“ im Vereinslokal „Alte Eule“ war Gunnar Green (52) aus Sollerup. Und fĂŒr die hatte er einen Lichtbildervortrag zum Thema „Alter Ochsenweg“ mitgebracht. Aufgenommen mit modernster Foto- und Filmtechnik. Sogar eine leistungsstarke Fotodrohne kam zum Einsatz.
 Dass das Thema die Landfrauen interessierte, bewies der gute Besuch. Vorsitzende Petra Heide konnte insgesamt 50 Damen und zwei Herren zu diesem Treff begrĂŒĂŸen.
Nach dem obligaten „Kaffee und Kuchen“ nahm Gunnar Green seine Besucher in seinem Vortrag auf eine eineinhalbstĂŒndige Reise ĂŒber den Ochsenweg mit. Der ehemalige Landwirt hatte vor rund 13 Jahren seinen Beruf aufgegeben und war zum Globetrotter mutiert. Seitdem bereist er die Welt auf „wilden Pfaden“, wie er erklĂ€rte, um darĂŒber zu berichten. Anderthalb Jahre war er bereits u. a. in der Mandschurei, in Kambodscha und Indien unterwegs. Aber auch heimatkundlich interessante Orte in Europa hat er besucht, einer davon war der Alte Ochsenweg, den er 2014 erstmalig mit einem 69-er VW-Bully, seiner Ehefrau, einem Fahrrad und seinem vierfĂŒĂŸigen GefĂ€hrten „Ferb“ (Skandinavien Hound) abfuhr. 2017 fand der zweite Teil der Abenteuerreise bis Viborg statt.
Im ersten Teil ging die Tour zunĂ€chst von Wedel nach Haithabu (Schleswig). Von da ab, im zweiten Teil, noch weitere 14 Tage mit zwei RĂ€dern und Hund bis Viborg (DĂ€nemark). Was er dabei erlebt und an schönen EindrĂŒcken gewonnen hatte, stellte Gunnar Green in seinem Vortrag den Kappelner Landfrauen vor.
Sie bekamen nicht nur Aktuelles zu hören, sondern erfuhren auch etwas ĂŒber die Geschichte des Alten Ochsenwegs (plattdeutsch: Ossenpadd), dessen Ursprung vermutlich in der Bronzezeit (1300 bis 800 v. Chr.) liegt. im Mittelalter (6. bis 15. Jhdt. n. Chr.) wurde er Teil des Jacobsweges von DĂ€nemark nach Nordspanien wurde. Vom 16. bis 18. Jahrhundert verlief ĂŒber seine Trassen die Ochsendrift, ein wichtiger Viehtrieb Richtung Hamburg. Über den Hauptweg wurden so rund 50.000 Ochsen/Jahr getrieben. Heute wird der Ochsenweg fĂŒr den Tourismus reaktiviert und gerne von Radfahrern genutzt. Auch deshalb, weil der Ochsenweg auch mit Pilgerpfaden vernetzt ist. Vielleicht ist das mit einer der GrĂŒnde, warum jĂ€hrlich en Nutzerzahlen des Ochsenwegs steigen.
 Andererseits weiß jeder, der auf dem Ochsenweg in Schleswig-Holstein radelt, dass er sich „auf den Spuren eines der Ă€ltesten Landfernwege Norddeutschlands und Mitteleuropas befindet“. Die 379 km von Wedel bis Viborg sind mit zahlreichen archĂ€ologischen Funden gesĂ€umt. Den Weg weisen die „gekreuzten Hörner aus Eichenholz und Kupfer“.
Gunnar Green unterlegte seine Erlebnisse auf der Tour mit Bildern und Videos. Dabei bekamen seine GÀste nicht nur einen Einblick in die Geschichte der Region, sondern konnten sich an den Bildern von WÀldern, Wiesen, Moor- und Heidelandschaften, aber auch schönere Orte wie Rendsburg, Flensburg und Schleswig und sogar Hamburg erfreuen.
Aus Hohenwestedt hatte Gunnar Green farbenprĂ€chtige Bilder vom jĂ€hrlich stattfindenden mittelalterlichen Markt „ Phantasie Spectaculum“ mitgebracht. Gezeigt wurde auch ein Video von den RitterkĂ€mpfen. Und in Rendsburg erlebten die Zuhörer die SchwebefĂ€hre an der HochbrĂŒcke in Aktion. Sie ist eine von insgesamt 10 SchwebefĂ€hren auf der ganzen Welt. Weiter ging es nach Haithabu, zum Dannewerk. Auch Schloss Gottorf, Idstedt aber auch Flensburg wurden aufgesucht.
Nach Passieren der dĂ€nischen Grenze ging es mit Rad und Zelt auf dem „Heerweg“ ĂŒber mittelalterliche BrĂŒcken weiter. Übernachtet wurde im Zelt an gut erreichbaren RastplĂ€tzen.
Die „Pilgerwanderung auf dem Alten Ochsenweg“ endete in Viborg an einem Pilgerstein. Der wiederum beweist, dass der „Alte Ochsenweg“ ein TeilstĂŒck des Jacobsweges ist.
Den folgenden lang anhaltenden Applaus hatte sich Gunnar Green ehrlich verdient, - auch die Leckereien aus der Kappelner SchokoladenkĂŒche, die er von der 2. Vorsitzenden Eva Mertens als Dank fĂŒr einen tollen Vortrag erhielt.


  Datum: 04.10.19 09:00 Uhr



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